26.07. - 29.07.2010

Crewliste: Rosalie Theresa, Vera Isabella, Opa Volker

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Nach intensiver Vorplanung, lange Listen entwerfen wieder verwerfen und erneuern, ist es endlich so weit. Das Auto ist gepackt und voll. Eine weitere Person hätten wir beim besten Willen nicht mehr hinein bekommen. Noch schnell ein Einkauf im Markant, bei dem Vera sich sehr vernünftig zeigt und exakt das einkauft, was auch tatsächlich gebraucht wird. Kein Ach das könnte man noch und dieses wäre ganz schön. Um 10:15 Uhr geht es dann endgültig los. Die Fahrt über Altenbeken Arolsen gestaltet sich fröhlich entspannt. Niemandem wird schlecht, Opa fährt vorsichtig und vermeidet das Gas geben in den Kurven, alle sind guter Dinge bis Högeringhausen. Hier heißt es Vollsperrung wegen Bauarbeiten an Straßen und Brücke. Leider ist kein Umleitungsschild zu sehen, war wohl weiter vorn. Allerdings treffen wir einen sehr netten Sauerländer, der eine Besorgung beim Landhandel vorzieht und uns dabei durch die Felder auf Wirtschaftswegen um die Sperrung herum lotst. So haben wir fast keine Zeit verloren und sind gegen 12:00 Uhr in Scheid.

Leider ist Herr F. vom Campingplatz nicht da. So können wir den Schlüssel für Boot und Steg nicht in Empfang nehmen. Doch wie sich herausstellt, ist die Tür am Steg offen. So können wir mit der Verlegeübung des Gepäcks auf das Boot beginnen. Nach mehreren Gängen vom Auto zum Boot haben wir alles in der Plicht liegen. Ein riesiger Berg von Gepäckstücken, den wir leider zu fotografieren vergessen haben, liegt nun im Boot. Inzwischen haben wir auch den Schlüssel erhalten. Da Regen droht, machen wir uns eilig an das Verstauen in den verschiedenen Bootsfächern - Schaps genannt. Es ist kaum zu glauben, als eine Stunde später der Regen richtig losgeht, ist alles verstaut. Bei einer ersten kleinen Zwischenmahlzeit müssen die Bananen dran glauben.

Nun hält uns natürlich nichts mehr. Regen hin oder her - wir wollen segeln! Auch wenn fast kein Wind weht, sind wir nicht zu halten. Also Segel angeschlagen, Landanschluss und Leinen los und schon sind wir auf dem Wasser. Vom ersten Moment an übernimmt Vera die Pinne und findet das toll. Opa steht mit Regenschirm daneben, denn er hat leichtsinniger Weise seine Regenhose zu Hause gelassen. Auch Rosalie entdeckt immer wieder Neues, was unheimlich spaßig ist. Erstaunlich wie schnell die Kinder seglerische Begriffe verstehen und auch selbst anwenden. Steuerbord, Backbord, Luv, Lee, abfallen, und anluven werden schnell benutzt.

Nass wie die Katzen, aber erfüllt vom ersten Segelerlebnis, laufen wir gegen 16:30 Uhr wieder ein. Der nette Nachbar hilft hier noch ein bisschen. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen. Wie eine erfahrene Seglerin steht Vera mit der Vorleine in der Hand außerhalb der Reling und wartet darauf, dass der Steg in Schrittnähe kommt.

Nun beginnt das 2. Abenteuer des Tages: Abendessen kochen! Oma Mara hat uns ja alles für die Soße Car bon Nara fertigt gemacht. So brauchen wir nur noch die Nudeln zu kochen, warm zu stellen, die Sahne zu kochen, Schinken und Erbsen hinein zu rühren und den geriebenen Käse hin einzustreuen. Mama Iris hatte noch vorgeschlagen, die Nudeln in Gemüsebrühe zu kochen, damit sie würziger schmecken. Alles klappt prima. Beim Abgießen der Nudeln durch den Schlitz zwischen Deckel und Topf geht auch nichts schief. Die Nudeln fallen nicht in den See! Schmecken tut es wundervoll. Ganz anders als bei Mama, ganz anders als bei Oma Mara, aber toll. Wir haben ja auch den weltbesten Koch an Bord. Das ist der Hunger.

Nach dem Abwasch im Eimer und dem Nachspülen in der Schüssel, geht es an die Kojenverteilung. Rosalie ist die Bugkoje von vornherein unsympathisch. Die Backbordkoje im Salon fällt aus, da sie vom durchsickernden Regen nass ist. So legt Vera ihren Schlafsack an Backbord in die Bugkoje und Opa seinen nach Steuerbord. Eine Abendrunde mit anschließendem Toilettengang schließt den Tag ab. Jede Tätigkeit erforderte wegen der mangelnden Routine ihre Zeit. So ist es 09:30 Uhr, als alle in den Kojen liegen. Mit Opas Mundharmonika ist um 10:15 Uhr tatsächlich Ruhe. Zwar sind die Kinder noch nicht unbedingt eingeschlafen, doch Opa macht ihnen vor, wie das geht. Nachts allerdings wird er geknufft und getrampelt, da Vera Platz braucht. Irgendwann rüttelt sie den Opa auch wach, weil er so schnarcht. Doch am frühen Morgen scheint er als Kuscheltier herhalten zu müssen, jedenfalls landet eine zärtlich Hand in seinem Bart und krault ein bisschen.

Zu Hause und bei Oma und Opa sind die Kinder ja Frühaufsteher. Hier schlafen sie bis 09:00 Uhr. Die öffentlichen Toiletten erweisen sich als sauberer, als die vom Campingplatz. Leider gibt es um diese Uhrzeit keine Croissants mehr. Doch finden wir andere Brötchen und auch etwas Mineralwasser. Die erste Ladung ist schon fast alle. Frühstück und Abwasch sind um 10:30 Uhr beendet. Das Wetter ist durchwachsen bis schön. Wir legen ab. Richtung Staumauer geht unsere Fahrt. In Rehbach legen wir kurz an, um Tiefkühlerbsen zu kaufen und nach dem Camping 13 zu fragen. Dort sollen die Lüdkes sein. Leider gibt es weder Erbsen, noch ist der Campingplatz in erreichbarer Nähe. Letzteres verstört insbesondere Rosalie sehr. Trotz des Hinweises, dass wir die Chance haben, mit dem Boot den Platz zu erreichen, verzieht sie sich erst mal unter Deck und begibt sich nach Entenhausen. Vera und Opa kreuzen unterdessen um die nächste Hug herum. Da finden wir zwar keinen Campingplatz, aber eine schöne Ankerbucht. Kaum ist der Anker im Grund, da sind wir schon im Wasser. Nach dem Mittagessen wollten wir eigentlich noch ein bisschen warten, bis wir wieder ins Wasser gingen. Doch da machte uns der gegen die Sonne aufgespannte Regenschirm einen Strich durch die Rechnung. Er sprang in einer Windböe einfach über Bord und musste natürlich gerettet werden, was den Einsatz von Rosalie und später Opa erforderte. Mit einem offenen Regenschirm im Wasser voran zu kommen ist nämlich gar nicht so leicht. Nun gingen nacheinander mehrere Gegenstaände über Bord und mussten von den Seehunden apportiert werden. Leider wurde der Wind immer schwächer, so mussten wir auf der Rückfahrt schon einige Male den Motor zu Hilfe nehmen. Dafür klappte das Anlegemanöver bereits ohne fremde Hilfe wie im Bilderbuch.

Auch für heute Abend hatte Oma Mara vorgesorgt. Mehl ist abgewogen, Eier sind ausreichend vorhanden, Mineralwasser haben wir ja selbst gekauft (siehe oben), Rosalie schnibbelt die Bananen und die Äpfel, so kann die Pfannkuchenbraterei losgehen. Da der Opa sich ein wenig zurückhält, können die beiden Mädchen je vier Stück verputzen. Wie gesagt, der weltbeste Koch ist an Bord. Heute geht die Abendrunde in die andere Richtung und wird verkürzt. Die Helden sind doch recht müde und es ist schon 10:00 Uhr als alle im Bett liegen. Allerdings ist Vera auf die Steuerbordkoje im Salon umgezogen. Der Opa war wohl doch zu laut.

 

 

 

 

Na ja es sind ja Ferien und morgen können alle ausschlafen. So kommen wir wieder erst um 09:00 Uhr aus den Federn. Frühstücksbrötchen sind wieder schon ausgesucht. Wir kommen auch mit den "Resten" aus. Danach eine kleine Einkaufstour mit dem Auto ins nächste Dorf. Hier treffen wir gleich am Ortseingang auf den Schiffsausrüster, der mit dem großen A beginnt. Die Tiefkühlerbsen werden in die Kühlbox gepackt und ersetzen uns dort den Kühlakku. Wieder an Bord legen wir sofort ab. Diesmal zieht es uns in die andere Richtung. Auch heute ist der Wind so schwach, dass das Segeln zum Geduldsspiel wird. Trotzdem passt die Steuerfrau gut auf, dass sie immer hoch am Wind bleibt (Windzeiger schräg nach vorn). Dann ruft sie: "Klar zur Wende!" Opa: "Backbord klar" Rosalie: "Steuerbord klar" Vera: "Re!" und schon schwingt der Bug der Carpe Diem durch den Wind. Als Rosalie die Sache leid wird, werfen auch Vera und Opa bald den Motor an. Nur noch eine Landzunge weiter gibt es eine tiefe Bucht, die bisher bestimmt noch niemand erkundet hat. Auch hier wird vor und nach dem Mittagessen gebadet. Auf der Rückfahrt übernimmt bald wieder der Motor die Arbeit. Trotzdem wird es den Mädchen nicht langweilig, denn sie lassen sich im Badeanzug an Seilen hinterher ziehen. So hallt denn das Echo ihrer begeisterten Schreie und Gelächter von den Felswänden wieder. Auf dem letzten Stück übernimmt wieder Vera unter Segeln das Ruder. Hier merkt sie, dass man vor dem Wind ganz schön schnell sein kann, ohne es zu merken.

Zum Abendessen soll es Kartoffelbrei mit Erbsen und Spiegelei geben. Rosalie übernimmt die verantwortungsvolle Aufgabe, die exakt 10 Kartoffeln von ihrer Schale zu befreien. Da hat der Opa sehr viel Zeit, die anderen Vorbereitungen zu treffen. Dann sind die Kartoffeln auf dem Herd. Im Turmkochverfahren werden die Erbsen schon mal vorgewärmt. Nachdem der Brei bereitet ist und im Schlafsack ruht, werden die Erbsen gedünstet, werden seltsamer Weise aber nicht gar. Auch das Nachgaren im Schlafsack ändert nichts daran. Dafür gelingen die Spiegeleier hervorragend. Während des Schmauses werden noch einmal Spiegeleier gebraten. Die Kartoffeln reichten nicht so ganz. So machen Vera und ich uns mit den restlichen drei Eiern und den Erbsen noch ein deftiges Rührei.

Da die Kocherei doch recht lange gedauert hat, lassen wir die Abendrunde heute ausfallen. Ein paar Runden Uno sind aber noch drin. Heute schläft der Opa erst um 10:30 Uhr.

Die Rückfahrt am anderen Morgen verzögert sich doch etwas. Nachdem das Auto wieder vollständig beladen, das Boot sauber und zum Teil repariert, der Schlüssel abgegeben ist, ist es bereits 12:30 Uhr. Wegen der Straßensperrung fahren wir über Arolsen. Leider verpasst der Opa dann in Korbach eine Abzweigung, so dass wir über Brilon und Paderborn zurückfahren und fast doppelt so lange brauchen, wie auf der Hinfahrt.

Ein Cartoon:

Immer muss Mama aufräumen!

 

Du bist ein böses, faules Mädchen.

 

Komm jetzt her!

 

 

 

 

Erst mal Popo versohlen.

 

Nein! Ich will nicht!

 

Hier nimm jetzt die Klammer!

 

 

 

 

 

So wird das gemacht!

 

So, jetzt Du!

 

Na also, geht doch!

 

 

 

 

Vera will wieder mit, hurra! Rosalie nicht, schade!